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Rezension über Boualem Sansals Buch „2084 – Das Ende der Welt“

VOR ORT 47

Vor einigen Wochen ist Boualem Sansals Buch „2084 – Das Ende der Welt“ erschienen, in welchem er ein erschreckendes und zugleich faszinierendes Zukunftsbild beschreibt: In Abistan, Reich der fernen Zukunft, bestimmen die Verehrung eines einzigen Gottes und das Leugnen der Vergangenheit das Herrschaftssystem. Individuelles Denken ist abgeschafft: Eine allgegenwärtige Elite unter Führung Abi dem Entsandten steuert sämtliche Abläufe des täglichen Lebens und verhindert abweichendes Verhalten.

Boualem Sansal, Jahrgang 1948, ist Ingenieur und Ökonom und war bis zu seiner Entlassung im Frühjahr 2003 Direktor des algerischen Industrieministeriums. In Frankreich, wo Sansal für seine Romane vielfach ausgezeichnet wurde (u. a. Grand Prix du Roman Academie Francaise, Prix du Premier Roman, Prix Louis-Guilloux, Grand Prix RTL-Lire), gilt er als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller. Trotz der kritischen Haltung gegenüber der Regierung und der damit verbundenen persönlichen Gefährdung lebt Sansal noch immer in Algier. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.

Christian Aichmayr hat das Buch gelesen und präsentiert es in seinem Beitrag.

„2084 – Das Ende der Welt“ von Boualem Sansal ist beim Merlin Verlag erschienen, ISBN 978-3-87536 -321-0.

15.09.2016