Verkehrspolitische Reihe mit Linz-Bezug (5) - Szenarien für eine am Menschen orientierte Stadt

Räume für Menschen – Szenarien für eine Stadt, die sich am menschlichen Maß orientiert und nicht am Platzverbrauch der Autos

Dazu als Gäste im Studio:

Gerda Lenger (Grüne), Gerlinde Grünn (KPÖ), Lorenz Potocnik (selbständiger Stadtentwickler), Hans Hörlsberger (Verkehrsexperte), Gerhard Prieler (Initiative Fahrrad OÖ)

Dieser Tage unterwegs in Linz - ein paar Streiflichter:

Montag, Eisenbahngasse: Autos dürfen legal einen Teil des GEHSTEIGS beanspruchen. Nur damit es sich bei den beständig breiter werdenden Autos und den offenbar schlechter werdenden Fahrkünsten ausgeht, dass ja alle Autos ohne Beschädigung durchkommen. „Selbstverständlich“ parken auch außerhalb der markierten Bereiche Autos unter Inanspruchnahme des Gehsteigs.

Dienstag, Haltestelle Bürgerstraße, stadteinwärts: ein älterer Mann, von Jugendlichen als „Opa“ bezeichnet, schimpft lauthals über einen Autofahrer, der es an Rücksichtnahme gegenüber den Aus- und Einsteigenden fehlen lässt. Einige Minuten später bin ich es, der einem weiteren Kavalier der Straße nachschimpft, der trotz noch geöffneter Türen der Straßenbahngarnitur und noch aus- und einsteigenden Fahrgästen die Haltestelle durchfährt.

Mittwoch: aufgrund eines „technischen Gebrechens“ muss ich mit dem Fahrradanhänger in mittlerer Kinderwagenbreite zu Fuß von der Coulinstraße - auf Höhe der O-Bus-Haltestelle stadteinwärts - bis zum Neuen Rathaus. Nur selten kann ich mich, aufgrund der zu schmalen Gehsteige, mit diesem Gefährt so bewegen, dass selbst bei alleine Entgegenkommenden kein vorsichtiges Aneinandervorbeikommen erforderlich ist bzw. dass ich nicht Mühe habe, unter beengten Verhältnissen (Gerüst auf Gehsteig, Altpapier- und Mülltonnen) überhaupt durchzukommen, ohne auf die Straße ausweichen zu müssen.

Ich stelle die Forderung, dass man sich in dieser Stadt überall so bewegen können sollte, dass man ohne Problem mit Kinderwagen oder zu zweit nebeneinander gehend durchkommt.

Vergleiche ich den Platz, der dem sogenannten ruhenden Verkehr, also den parkenden Autos und dem in Bewegung befindlichen motorisierten Individualverkehr selbstverständlich, und wie mir scheint, in immer größerem Maße, zugestanden wird, packt mich stets aufs Neue die Wut. Da ändern auch vermeintliche Reservate (wie der Pfarrplatz an der Ostseite) nichts daran.

 

Was kann, soll und muss in Linz verändert werden, damit die Stadträume in größerem Maß für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, gefahrlos erlebbar und benützbar werden?

Auch dieser zentralen Frage wird sich das heutige Studiogespräch, das auch live auf DORF TV übertragen wird, widmen.

Erich Klinger (Moderation, Gestaltung dieser Sendereihe)

 

Zur Erinnerung die bisherigen Folgen dieser Sendereihe:

Folge 4 – Öffentlicher Verkehr im Großraum Linz, nachzuhören unter http://cba.fro.at/109949

Folge 3 - Hindernisse (mangelnde Barrierefreiheit), nachzuhören unter http://cba.fro.at/109621

Folge 2 - Westring - Verkehrspolitik von "vorgestern", nachzuhören unter http://cba.fro.at/109335

Folge 1 - Bedingungen fürs Radfahren und zu Fuß gehen, zu hören unter http://cba.fro.at/109002



16.05.2013