Kultur & Bildung spezial
 
Tag der Politischen Bildung

Zusammenfassung vom "Tag der Politischen" Bildung, der am 23.05. an der JKU veranstaltet wurde

Kultur und Bildung spezial bietet diesmal eine gesellschaftspolitische Mengenlehre zum Thema „Politische Bildung“. Nicht nur In der Politik, sondern auch über sie werden tagtäglich Papiere beschrieben - respektive Bildschirmseiten gefüllt - und angeregte Debatten geführt. Auch das Thema Bildung ist nicht durch mangelnde publizistische und wissenschaftliche Zuwendungen gekennzeichnet; abgesehen von der bemerkenswerten Tatsache, dass sich erstaunlich viele Menschen allein qua Schulerfahrung zu bildungspolitischen Expertisen nicht nur befähigt, sondern auch bemüßigt fühlen. Wie steht es aber in dieser Hinsicht mit dem Thema Politische Bildung? Ist sie im Sinne einer Schnittmenge distinker Teilbereich einer Überlappung von Politik und Bildung oder summiert sie diese als Vereinigungsmenge? Wie verhalten sich im Ergebnis die Summen einzelner Elemente in punkto Qualität und Quantität? Ist Politik als Teilmenge in Bildung inkludiert, weil sich jedes politische Element ihr verdankt oder umfasst umgekehrt Politik als Obermenge Bildung, weil deren Inhalte apolitisch gar nicht zu denken sind? Bevor jetzt aber diese beiden Bereiche als Teilmenge einer jeden Menge zur inhaltsleeren selbigen werden und sich in der Frage nach einer „Menge aller Mengen, die sich nicht selbst als Element enthalten“ verlieren und so derart in das als „Russelsche Antinomie“ bekannte Paradox der naiven Mengenlehre geraten, ist es wahrscheinlich nahe liegender und auch verständlicher, den Stand der Diskussion um politisch Bildung hierzulande anhand der Ausführungen vom vergangenen „Tag der politischen Bildung“ an der JKU darzustellen. Dort wurden die oben in mathematischen Allegorien angedeuteten Fragen ganz konkret behandelt:
 
- Wie viel Wissen um Politik braucht Bildung?
- Was für ein Verständnis von Politik ist dabei als Orientierung sinnvoll?
- Welche Form von Bildung ist nötig, damit Politik für die Beteiligten funktioniert?
- Lässt sich politisches Bewusstsein erzeugen?
- Wie wichtig ist Faktenwissen?
- Wer bestimmt die Inhalte?
- Ist ein eigenes Unterrichtsfach „Politische Bildung“ notwendig? 
- Wie sieht es mit der Aus- und Fortbildung der politischen Bildner_innen aus?
- Was ist mit  außerschulischer Jugendarbeit und Erwachsenenbildung?
- In welchem Verhältnis stehen Gefühl und Verstand bei politischem Handeln?
- Ist Aufgabe politischer Bildung. das zu lehren was ist, oder auch das, was sein soll
 
Kurz und Knapp:
Wer soll wo politische Bildung wie durchführen? 
Hinter dieser praxisbezogenen Überlegungen stehen auch Annahmen darüber, wozu politische Bildung eigentlich nötig ist und warum sie wichtig ist.
Am „Tag der politischen Bildung“ an der JKU konnten diese Fragen natürlich nicht abschließend geklärt werden; anhand der akustischen Zusammenfassung des Nachmittagsprogramms sollte aber deutlich werden, was die drängenden Fragen und die zu überwindenden Schwierigkeiten im Bereich politischer Bildung sind.
 
Zu hören sind:
Anton Pelinka (Professor für Politikwissenschaft und Nationalismusstudien) 
Günter Brandstetter (Service für Erwachsenenbildung Land OÖ) 
Julius Stieber (Kulturdirektor der Stadt Linz und Universitätsrat der JKU)
Thomas Hellmuth (Mitbegründer des Masterstudiums "Politische Bildung an der JKU)
Julia Ilger (Abteilung Politische Bildung des BMBF) 
Patrick Danter (Verein Sapere Aude)
Lothar Jochade (Verein I.S.I - Initiativen für soziale Integration)
Georg Hubmann (Jahoda-Bauer Institut) 
Wilhelm Achleitner (Direktor des Bildungshauses Schloss Puchberg)

Mehr zum "Tag der Politischen Bildung" und das Masterstudium an der JKU unter:
 
Gastaltung der Sendung:
Claus Harringer 

29.05.2014