Kultur & Bildung spezial
 
Auf den Spuren der "Mühlviertler Hasenjagd"

begeben wir uns in dieser Ausgabe von "K&B spezial". Vor 70 Jahren, in der Nacht zum 2. Februar 1945, gelang mehr als 400 KZ-Häftlingen der Ausbruch aus dem KZ Mauthausen. In einer darauf folgenden Menschenhatz haben nationalsozialistische Verbände, aber auch Zivilisten die entflohenen Häftlinge gejagt und ermordet. Nur wenige haben überlebt.

Am 28. Februar hat die ehrenamtliche "Perspektive Mauthausen" eine zeitgeschichtliche Wanderung auf den Spuren der von den Nazis als „Mühlviertler Hasenjagd“ bezeichneten Menschenhatz veranstaltet. Die Wanderung führte dabei von der Gedenkstätte des KZ Mauthausen über Schloss Marbach bis nach Ried i.d. Riedmark. Beim anschließenden Zeitzeuginnengespräch im vollen Saal des Rieder Gasthauses schilderte Anna Hackl, geb. Langthaler, wie sie als 14-jähriges Mädchen und ihre Familie damals 2 KZ-Häftlinge versteckt und ihnen so das Leben gerettet haben. Rund 150 Personen haben an dieser Wanderung teilgenommen, aufgeteilt auf 3 Gruppen.

Ich war ebenfalls dabei und bereite diese zeitgeschichtliche Wanderung nun fürs Radio auf. Zu Wort kommen Walter Hofstätter, der Vorsitzende der "Perspektive Mauthausen", Sabine Schatz, Aktivistin von perspektive Mauthausen und Guide des Mauthausen Kommitees, die als Guide diese Wanderung begleitet hat, und abschließend Anna Hackl.

Zu hören sind viele Geschichten von damals: berührende, wie jene der Familie Langthaler, die unter Einsatz des eigenen Lebens 2 KZ-Häftlinge mehr als 3 Monate lang versteckt haben; aber auch unfassbare, wütend machende über Zivilisten, die sich damals an dieser Menschenhatz beteiligt haben.

 

Musik:  Land of Silence/ZooSuite Fragments (Roger Subirana Mata), Nimrud Elgar (Jagan Nath Khalsa, violin; Kaeza Fearn, piano)

Gestaltung: Michael Diesenreither

03.04.2015