Kultur & Bildung spezial
 
Wie arm ist arm?

Diese Frage stellte Wolfgang Pucher beim ersten Vortrag der Reihe "Arm sein in einer reichen Welt" seinem Publikum. Welche Form vom Armut wird in unserer Gesellschaft akzeptiert und welche nicht?

Am 14. September startet im Wissensturm die Fotoausstellung "Fight the poverty, not the poor" und im Zuge dessen auch die Vortragsreihe "Arm sein in einer reichen Welt... Notreisende und Bettelmigration".

Den ersten Vortrag hielt der Grazer Pfarrer Wolgang Pucher. In jeder zivilisierten Gesellschaft gibt es einen Konsens, dass man armen Menschen helfen muss und sie nicht aus dem gesellschaftlichen Leben ausklammern darf. Allerdings ist die Bereitschaft, Arme als arm zu sehen, selektiv. Immer wenn es sichum Kinder handelt, auch Frauen ohne Partner, und vor allem Opfer von Naturkatastrophen bzw. Menschen mit unvorhersehbaren Schicksalsschlägen, dann geht das Herz und die Geldbörse weitauf. Eine nicht unerheblich große Zahl von Menschen ist von Armut betroffen, die nicht zu Herzengeht und für die keine große Hilfsbereitschaft zu wecken ist. Immer dann, wenn vermutete eigene Schuld im Spiel ist, wenn der oder die Betroffene ein gesellschaftlich nicht akzeptiertes Verhalten an den Tag legt oder ein vermuteter krimineller Hintergrund vorhanden ist, stirbt das Mitgefühl und die Bereitschaft, ihnen Verständnis und Hilfe zukommen zu lassen.

 

Weitere Termine und Infos zur Veranstaltungsreihe hier.

Die Vorträge werden jeden Freitag von 17 bis 18 Uhr auf 105,0 MHz zu hören sein. 

 

18.09.2015