Schweine leiden - Bäuer*innen schweigen?
verfasst am 09.07.2017 von
Die Grillsaison ruft: „Fleisch, Fleisch, Fleisch, billig, billiger, am billigsten!“ - Trauriger Alltag in der Schweinefleischproduktion.

Kürzlich veröffentlichte die Tierschutzorganisation Verein gegen Tierfabriken (VGT) investigativ recherchiertes Foto- und Videomaterial aus österreichischen Schweinehaltungsbetrieben im Zuge der Kampagne "7/7 Kulturschande Schweinehaltung". Die Betriebe erfüllen die Mindeststandards der österreichischen Tierhaltungsverordnung, doch der Verdacht wird laut, dass Schweine in konventionellen, gesetzeskonformen Haltungsformen leiden.

Das Dokumentationsmaterial zeigt Schweine, die in dunklen, staubigen Hallen auf engem Raum über ihren eigenen Exkrementen leben. Bereits im zarten Ferkelalter werden Schweinen die Schwänze abgeschnitten, um Kannibalismus zu vermeiden. Die männlichen Ferkeln werden, ohne Betäubung, kastriert, in dem die Hoden rausgeschnitten werden. Die alltäglichen gesetzeskonformen Praktiken und Produktionsbedingungen werden von Tierschutzorganisationen und Bürgerinitiativen kritisiert.

Wie reagiert die landwirtschaftliche Tierhaltungsindustrie auf die Kritik?
Hat die Tierindustrie Angst vor pflanzlichen Produkten?
Gefährdet die intensive Schweinehaltung die Umwelt und die menschliche Gesundheit?
Warum trauen sich Schweinebauern*Schweinebäuerinnen in der Öffentlichkeit kaum über ihre Probleme im System der Schweineproduktionsindustrie zu sprechen?
Wer vertritt die Interessen von kleinstrukturierten bäuerlichen Betrieben?
Welche Rolle spielt das Kaufverhalten der Konsument*innen?

Die Fabriken der landwirtschaftlichen Tierproduktionsindustrie wachsen, um massenhaft billiges (Schweine)Fleisch zu produzieren. Der Genuss von billigen Kotletts und Würstchen hat jedoch seinen Preis, kleinstrukturierte bäuerliche Schweineproduktionsbetriebe sterben aus und die Schweine leiden in der Produktion bis sie getötet und zerlegt werden.

Interviews
David Richter, Kampagnenleiter „7/7 Kulturschande Schweinehaltung“ (Verein gegen Tierfabriken) über die Reaktionen der Landwirtschaft auf die aktuelle Kampagne.
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Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher und Abgeordneter zum Nationalrat (Die Grünen) über die schwierige Lage der Schweinebäuer*innen und wie die aktuelle Agrarpolitik, u.a. von Landwirtschaftminister Andrä Rupprechter für weitere Verschlechterungen sorgt.
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Franz Sölkner, Sprecher der Bürgerinitiative „Initiative SteirerInnen gegen Tierfabriken“, über die verherrenden Folgen der intensiven Schweinehaltung auf Menschen, Tiere und Umwelt.
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Ergo Express
In der Rubrik "Ergo Express" von Claus Harringer gibt es einige wissenschaftliche Meldungen der letzten Zeit zu hören. In dieser Ausgabe geht es um die These von der "Retrokausalität" in der Quantenwelt, die Auswilderung von Bürstenkängurus auf dem australischen Kontinent, die Gefährung kleiner Vögel durch Fangschrecken, jahrtausendealte Pilze als Wanderhilfen für Bäume und eine kleine Galaxie, der das Gas abgedreht wird.
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Sendungsgestaltung: Victoria Windtner
Alle Beiträge von Victoria Windtner


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