Die un-bekannte Auprinzessin
verfasst am 06.07.2017 von
LIVE im Studio:Amina Handke und "Die Unbekannte", Reinhard Jorden und "die auprinzessin", Astrid Benzer mit "Was war..." und Corinna Forthuber mit einem ungebetenen Gastgeschenk des Tages.
Moderation: Rosvita Kröll

Heute zu Gast sind Amina Handke und "Die Unbekannte" gemeinsam mit Reinhard Jordan, der mit dem Projekt  "auprinzessin" sich ins Festival geschlichen hat. Astrid Benzer erzählt über ihr Projekt "Was war..."
Zu Beginn jetzt eine ungebetenes Gastgeschenk des Tages  mit Corinna Forthuber.
    

LIVE Corinna Forthuber_10min ca
Mit einer "Hl. Barbara" aus Stahl - zum Abschied in die Frühpension.

LIVE: Amina Handke, die Unbekannte und Reinhard Jordan im Gespräch_30min ca.
Wir haben gesprochen über "outlaws" der Gesellschaft, das "zuhören" manchmal genug ist, was ein Projekt mit einR selbst macht, ...
 
DIE UNBEKANNTE
Eine Frau steht allein am Straßenrand – ist sie Autostopperin, Prostituierte, eine Hilfesuchende, eine Flüchtige, Verschleppte, Verirrte oder Verwirrte? Ihr Aussehen ist jedenfalls unauffällig: scheinbar einheimisch, konventionell gekleidet, kein Gepäck bis auf eine Handtasche, Alter um die 40. Sie versucht, mit Winkbewegungen Autos aufzuhalten.
 
Wenn ein Auto anhält, steigt sie nicht ein, sondern erzählt durch das heruntergelassene Fenster in der Ich-Form kurze Auszüge aus Berichten von Frauen, die auf unterschiedliche Weise in Abhängigkeit geraten sind, beispielsweise als Sexarbeiterin oder als Haushaltssklavin. Allen gemeinsam ist eine Geschichte der Migration, im Laufe derer sie ihre Papiere und daraufhin ihre Selbstbestimmung eingebüßt haben. Die Texte basieren auf dem Filmskript von „Kurz davor ist es passiert“ (Anja Salomonowitz, 2006). In diesem Film werden reale Berichte von Frauen, die auf unterschiedliche Weisen nach Österreich gekommen sind und dann festgehalten, abhängig und unsichtbar gemacht wurden, von Personen erzählt, die durch ihre Funktion das jeweilige Umfeld repräsentieren: ein Grenzbeamter, ein Mitarbeiter eines Bordells, eine Diplomatin … An fünf aufeinanderfolgenden Tagen werden diese Geschichten – vergleichbar einer Krimiserie mit jeweils offenem Ausgang – in chronologischer Reihenfolge erzählt, wobei dennoch nur ein etwa zwei- bis fünfminütiges Fragment der individuellen Erlebnisse vermittelt wird.
Die Performance wird audiovisuell dokumentiert und im Anschluss an das Festival der Regionen als Webserial veröffentlicht.

Der Titel auprinzessin bezieht sich auf eine reale Person: In der Gemeinde Marchtrenk tauchte in den 1950er-Jahren eine Frau mit Lebensgefährten und Ziehsohn auf. Sie wurde „auprinzessin“ oder weniger freundlich „Auhex“ und „Zigeunerin“ genannt und fiel durch ihre Andersartigkeit in Umgang und Aussehen auf.

Was passiert, wenn Unliebsames als Kunst getarnt plötzlich wieder vor der Tür steht? Das Projekt auprinzessin bringt zurück, was nicht mehr erwünscht ist: Sperrmüll und Kleinkram finden neue Zusammenhänge und Anwendungen und tauchen verändert im öffentlichen Raum Marchtrenks wieder auf.
auprinzessin stellt die Frage, wie weit muss sich Gewohntes entfremden, um wieder interessant zu sein, oder anders gefragt: Wie weit muss Fremdes Bekanntem ähneln, um ein Gefühl des Vertrauens zu wecken?
Idee und Umsetzung: Reinhard Jordan


VORPROD: Astrid Benzer_5min
Astrid Benzer ist Marchtrenkerin und Beitragende Künstlerin hier am Festival der Regionen. Mit dem Projekt Was war... versucht sie den vorgang des erinnerns bildlich dar zu stellen.
Das persönliche und menschlich ist dabei ein wichtiger Faktor. Astrid Benzer war gestern ebi mir im Studio zu Gast, wie sie ihre Arbeit beschreibt hören wir jetzt:


Mehr am Festival der Regionen siehe Programm (https://fdr.at/program/

URL: http://www.fro.at.at/article.php?id=12660